Was ist zu tun, wenn es im Verkehr gekracht hat?

Unfälle im Straßenverkehr können jedem passieren. Sollten Sie in einen solchen verwickelt werden, ist Folgendes zu beachten:

 

Unmittelbar nach dem Unfall:

  • Zunächst muss die Unfallstelle abgesichert und der Notruf abgesetzt werden. Außerdem müssen die Verletzten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte notfallversorgt werden. Übernehmen Sie diese Aufgaben selbst oder delegieren Sie sie ausdrücklich an anwesende Personen.
  • Verständigen Sie die Polizei. Bei Personenschäden ist die Polizei zwingend hinzuzuziehen, in den meisten anderen Fällen ist dies zur Feststellung der Schuld aber auch sonst empfehlenswert.

 

Vorbereitungsmaßnahmen zur Schadensabwicklung:

 

Grundsätzlich können Ihnen (und Ihrem Unfallgegener) durch das Unfallereignis Ansprüche auf Schadensersatz und auf Schmerzensgeld entstehen. Daneben besteht gegebenenfalls die Möglichkeit, dass ein Bußgeld- oder ein Strafverfahren eingeleitet wird und Ihnen Ihre Fahrerlaubnis entzogen wird.

 

Zur Beurteilung dieser Unfallfolgen, benötigt Ihr Rechtsanwalt[1]die Daten der Beteiligten und möglicher Zeugen. Außerdem ist eine möglichst genaue Schilderung des Unfallhergangs notwendig.

 

Die Beschaffung dieser Informationen können Sie sich erleichtern, wenn sie sich zeitnah folgende Notizen machen:

 

  • Schreiben Sie sich unbedingt den Namen und die Anschrift des Unfallgegners auf. Notieren Sie sich sodann das amtliche Kennzeichen seines Fahrzeugs, den Namen der Versicherung und die Versicherungsnummer.
  • Gab es Zeugen des Unfalls? Wenn ja, notieren Sie sich auch deren Namen und Anschrift.
  • Machen Sie Fotos vom Unfallort und von den Schäden, wenn dies gefahrlos möglich ist.
  • Fertigen Sie zeitnah eine Skizze vom Unfallgeschehen an. Je länger Sie damit warten, desto mehr wird Ihre Erinnerung verblassen.
  • Kontaktieren Sie Ihren Rechtsanwalt und informieren Sie Ihre eigene Haftpflichtversicherung.

 

Im Termin:

  • Bringen Sie zum Termin, falls vorhanden, Kostenvoranschläge der Reparaturwerkstatt und/oder das Sachverständigengutachten mit. Sollten bereits Reparaturen durchgeführt worden sein, sollten Sie die Reparaturrechnungen ebenfalls mitbringen.
  • Wenn Sie verletzt worden sind, bringen sie bitte die Arbeitunfähigkeitsbescheinigungen, Atteste, Arztberichte oder ähnliches zum Termin mit. Auch Fotos der Verletzungen können hilfreich sein.
  • Falls Sie aufgrund des Unfalls vorübergehend arbeitsunfähig waren und Ihnen dadurch ein Verdienstausfall (z.B. durch entgangene Schichtzulagen) entstanden ist, sollten Sie sich von Ihrem Arbeitgeber eine Verdienstausfallbescheinigung ausstellen lassen. Die Bescheinigung bringen Sie bitte ebenfalls zum Termin mit.

 

Wichtiges zum Schluss:

  • Nehmen Sie nicht selbstständig Kontakt zum Unfallgegner und seiner Versicherung auf!
  • Geben Sie vor Ort möglichst keine Erklärungen zu ihrem Fahrverhalten (Geschwindigkeit, Abstand usw.) ab!

 

Hinweis:
Die Information auf dieser Website macht eine anwaltliche Beratung im Einzelfall nicht entbehrlich.

 



[1] Zur besseren Lesbarkeit wird lediglich die neutrale männliche Form verwendet, weibliche Beteiligte sind ebenso gemeint.